Der Verein Lernmobil veranstaltet zum zweiten Mal ein Iftar-Fest, um Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen. Dabei steht Integration und der Abbau kultureller Barrieren im Mittelpunkt.

Viernheim. Der Viernheimer Verein Lernmobil setzt sich seit über 40 Jahren für außerschulische Bildung und Integration ein. Hierzu gehört auch, Brücken zwischen den Kulturen und Religionen zu bauen. Zum Leitbild des Lernmobils gehört, Menschen jeden Alters die aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Damit möchte der Verein zu einer Gesellschaft beitragen, in der Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleichberechtigte Bildungschancen haben.

Ein gemeinsames Fest ist eine gute Gelegenheit, Zusammenhalt zu zeigen. Zum zweiten Mal fand daher beim Lernmobil Iftar statt, das tägliche Fastenbrechen während des Monats Ramadan. Eingeladen waren die Imame der beiden muslimischen Gemeinden in Viernheim, der IGMG Sultan Ahmet Moschee und der DITIB Eyüp Sultan Moschee, Gemeindemitglieder, Vertreter der Stadt Viernheim und Mitarbeiter des Lernmobils. Die Zusammenkunft fand statt im Haus am Schlangenpfad, das zum Lernmobil gehört. Hier gibt es einen Saal im Garten des Hauses, der geeignet ist für alle Arten von Feiern, auch die besinnlichen.
„Die Idee, das Fastenbrechen zu feiern, stammt von den Integrationslotsinnen. Ob Weihnachten, Ostern oder Ramadan, wir feiern alle Feste zusammen“, sagt Almira Vehabovic, Abteilungsleiterin der Lotsinnen, von denen es in Viernheim 39 gibt. Dabei handelt es sich um Ehrenamtliche, die bei kulturell bedingten Hürden und Missverständnissen helfen.
Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders .
In jedem Jahr fällt er anders, dieses Jahr hat er am 18. Februar begonnen .
Er dauert noch bis zum 19. März . kge
Der Abend des Iftar wurde von den Lotsinnen organisiert, ein großes Buffet mit selbstgemachtem Essen wartete auf die Gäste. Doch wie fühlt es sich an, den ganzen Tag auf Nahrung und Getränke zu verzichten und erst bei Sonnenuntergang zu essen?
„Ein bis zwei Tage lang leide ich unter Müdigkeit und Kopfschmerzen, aber dann gewöhnt sich der Körper daran. Dann ist es wie jeder andere Tag“, erklärte Majdulin Shehab, die als Intensivkrankenschwester arbeitet. Der Prophet Mohammed habe empfohlen, sich auf den Ramadan vorzubereiten, indem man das ganze Jahr über zwei Fastentage in der Woche einhält, das erleichtere den Übergang, machte Shehab deutlich.

„Der Iftar ist weit mehr als das gemeinsame Fastenbrechen am Abend. Er ist ein Moment der Begegnung. Menschen kommen zusammen, teilen Essen und Gespräche, hören einander zu und begegnen sich mit Offenheit und Respekt“, so Brigitta Eckert, Geschäftsführerin des Lernmobils.
Gerade in einer Zeit, die weltweit von Krisen geprägt ist, seien solche Momente besonders wertvoll. „Sie erinnern uns daran, dass Frieden im Kleinen beginnt“, sagte Eckert. „Die Lage im Nahen Osten erfüllt uns mit großer Sorge. Wir möchten zeigen, wie Toleranz gelebt werden kann. Solche Begegnungen bauen Brücken“, sagte Viernheims Erster Stadtrat Jörg Scheidel.
Brücken zu bauen sei ein Auftrag des Vereins Lernmobil, den alle gemeinsam haben. Selçuk Demirel, Vorstandmitglied der IGMG Sultan Ahmet Moschee, fügte hinzu: „Offenheit und Neugier sind wichtig. Wir gehen aufeinander zu, um voneinander zu lernen.“